Rückepferd oder Harvester?
- Zander Holzstudio

- vor 11 Minuten
- 3 Min. Lesezeit
Rückepferd? Harvester? Was ist das denn? Beides wird einem Waldarbeiter sehr bekannt vorkommen. Nur dass die aus zwei verschiedenen Epochen stammen. Hier geht es um eine Gegenüberstellung klassischer und moderner Methoden der Forstwirtschaft.

Die Geschichte des Rückepferdes
Bevor schwere Maschinen in der Forstwirtschaft genutzt wurden, waren Rückepferde die starken Helferlein für die Waldarbeiter. Dabei wurden schwere Kaltblüter eingesetzt, die kräftiger und robuster waren, als vergleichsweise Sportpferde. Diese Kraft wurde genutzt, um einzelne, gefällte Baumstämme aus dem Unterholz zu ziehen. Diese Arbeitsweise hatte jahrhundertelang Bestand, bis durch die erhöhte Nachfrage nach Holz auch das Holz schneller transportiert werden musste.
Was ist ein Harvester?
Ein Harvester ist eine große Maschine, die speziell für die Forstwirtschaft entwickelt wurde. Ähnlich aussehend wie ein Bagger besitzt der Harvester eine Apparatur, die Baumstämme an Ort und Stelle sofort entasten und auf die schweren Transportmaschinen (Forwarder) verladen kann.
Dabei gibt auch eine spezielle Harvester, die neben dem Entasten der Bäume, die Äste auch gleich zu Hackschnitzeln verarbeiten können. Diese werden als Hackschnitzelharvester bezeichnet. Durch den Einsatz von Harvestern wurde die Effizienz der Holzernte enorm erhöht und die Rückepferde wurden schnell ersetzt.
Rückepferd oder Harvester? Wo liegen die Vorteile?
Im Punkt Effizienz kann das Rückepferd mit einem Harvester nicht mithalten, da gefällt Bäume vor dem Abtransport via Pferd erst noch manuell entastet werden müssen. Das beansprucht natürlich Zeit für die Waldarbeiter. Dadurch, dass auch nicht die Stämme einzeln, sondern gesammelt auf dem Forwarder transportiert werden, kann mit weniger Aufwand mehr Holz geerntet werden.
Durch den Einsatz schwerer Maschinen mitten im Wald wird der Boden sehr stark beansprucht. Durch das Gewicht wird er stark verdichtet und kann sich nicht schnell erholen. Gleichzeitig müssen für die Maschinen die Wege erst geebnet werden, was zu mehr Zerstörung des Waldes als Lebensraum führt. Ökologisch nachhaltig ist die Anwendung der Maschinen jedenfalls nicht.
Ein anderer Punkt ist die Versorgung. Rückepferde benötigen Futter und Pflege, so wie Maschinen Treibstoff und Öl benötigen. Dazu kommt der Verschleiß von Metallteilen, die bei einer Wartung ausgetauscht werden müssen. Rückepferde sind dazu auch krankheitsanfällig und können sich bei der Ernte des Holzes verletzen. Gerade im unwegsamen Wald ist die Sturzgefahr nicht gerade gering. Hinzu kommen noch Tierarzt- und Hufschmiedkosten, die beim Rückepferd anfallen. Die Anschaffungskosten sind geringer bei den Tieren, jedoch ist die Effizienz geringer.
Rückepferd | Harvester |
|
|
|
|
Das Rückepferd heute
Durch den Trend der nachhaltigen Forstwirtschaft, was eine bessere Bodenschonung beinhaltet, erfahren Rückepferde eine Renaissance in der modernen Waldarbeit. Der Job des Pferderückens ist heute noch selten, aber genießt heute in 2026 eine steigende Nachfrage.
Abonnieren und Shoppen
Wenn dir meine Beiträge gefallen, dann freue ich mich natürlich über dein Feedback und auch über ein Abonnement von deiner Seite. Bleib dran für weitere Infos in der Zukunft.
Interessierst du dich für ein Servier- oder Schneidebrett aus dem Zander Holzstudio? Dann schaue doch einfach mal kurz im Shop vorbei und wähle deinen Favoriten aus. Natürlich alles absolute Unikate.
Besten Gruß aus der staubigen Werkelbude, Marco
Quellen:






Kommentare