Schnitzhandwerk aus Deutschland beliebt
- Zander Holzstudio

- vor 21 Stunden
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Gerade zur Weihnachtszeit erleben die schmuckvollen Holzgebilde aus den kleinen Handwerksbetrieben ihren jährlichen Höhepunkt. Nussknacker, Pyramiden, Schwibbögen zieren die innere Wohneinrichtung und beanspruchen die Aufmerksamkeit im Dezember für sich. Aber wie sieht es eigentlich international mit der Handwerksware "made in Germany" aus? Ist das Schnitzhandwerk aus Deutschland beliebt oder ist es nur lokal ein dekorativer Faible?

Holzhandwerk als Tradition in Deutschland
Holzhandwerk ist in Deutschland historisch verankert und traditionell nicht mehr wegzudenken. Holz war damals neben Lehm, Stroh und Naturstein wie Granit, Tuff und Sandstein eines der maßgeblichen Baumaterialien. Somit gab es auch eine hohe Nachfrage an Fachleuten, die sich mit dessen Bearbeitung und Nutzung auskannten. Über die Jahrhunderte haben sich die Zünften zwar weiterentwickelt. Die Fachgebiete und entsprechende Bräuche sind jedoch bis heute teilweise noch vorhanden.
Schnitzhandwerk aus Deutschland
Wie sieht es aber mit der beliebten Schnitzkunst aus dem Erzgebirge aus? Wenn man an Holzschnitzerei denkt, fällt einem sofort das Erzgebirge oder der Harz ein. Warum? Tja, in diesen Regionen ist, besonders im Erzgebirge ist quasi der Ursprung der Schnitzarbeiten zu finden. Die Bergleute hatten ein hartes Leben tief in den Erzminen der Berge. In den Sommermonaten war es vielleicht noch zeitweise in Ordnung aber in den Wintermonaten umso fordernder. Teilweise sorgten die damaligen, extremen Wetterbedingungen für die Einstellung der Bergbauarbeiten. Somit brauchten die Bergleute eine Nebenbeschäftigung und begannen mit der Holzschnitzerei.

Mit der Zeit wurde diese Nebentätigkeit immer interessanter und auch beliebter. Bis heute hat sich eine eigene Handwerkszunft gebildet, die sowohl mit traditionellen Methoden als auch mit zeitgemäßen Hilfsmitteln wahre Kunstwerke aus Holz fertigt. Das Erzgebirge ist und bleibt somit den Maßstab für handgefertigte Schnitzkunst in Deutschland.
Traditionelle Motive bis heute
Die Holzschnitzkunst aus dem Erzgebirge zeichnet sich durch ihren Detailreichtum, dem traditionellem Ursprung und aufwändiger Handarbeit aus. Auch die dargestellten Motive orientieren sich am historischen Kontext. Welche Produkte sind eigentlich typisch?
Spanbäumchen
Spanbäumchen sind beliebte Dekorationselemente für andere Holzschnitzereien und bilden somit eine schöne Basis. Allerdings sind sie gar nicht so leicht herzustellen. Ich war selbst in einer Holzwerkstatt in Seiffen unterwegs und durfte beobachten, wie junge Schülerinnen und Schüler an gedrechselten Holzstiften mit feinen Holzbeiteln die Spanbäumchen formten. Wenn ein Span falsch war, konnte der gesamte Baum weggeschmissen werden. Somit musste man ganz genau auf die filigrane Arbeit achten. Spanbäumchen werden in verschiedenen Größen angeboten und erfreuen sich weltweit großer Beliebtheit.
Schwibbögen
Schwibbögen sind sehr dekorativ und werden durch Laubsägearbeiten aus Sperrholz hergestellt. Diese Sägemuster sind sehr individuell und können verschiedene Szenarien darstellen. Beliebt sind Winterwaldlandschaften oder die Darstellung von Bergstollen oder Werkstätten. Im Fokus stehen Motive aus der Natur und der Tradition des Handwerks. Über die obere Bahn des Bogens werden dekorative Lichter platziert. In vielen Haushalten sind allerdings leider die Holzbögen eher Kunststoffbögen von minderer Qualität und weniger dekorativem Mehrwert gewichen.
Besonders ausgefallene Schwibbögen haben nicht nur schmuckvolle Seitenelemente, sondern beinhalten auch einige Bewegungselemente, um eine Lebendigkeit zu erzielen. Durch die Aktivierung der integrierten Lichterkette auf dem Bogen wird gleichzeitig ein kleiner Elektromotor in Bewegung gesetzt. Natürlich sind diese Art von Schwibbögen entsprechend kostenintensiv, jedoch etwas ganz besonderes.
Pyramiden
Pyramiden gehören zu Weihnachten einfach dazu. Natürlich sind sie nicht vergleichbar mit den großen Steinpyramiden in Ägypten, sondern es handelt sich hierbei um Holzaufbauten mit einer zentral drehbaren Platte und einer Art Propeller auf der oberen Seite. Die Kerzen auf der Außenseite der Grundplatte sorgen für warme Luft, die den Propeller in Bewegung setzt. Mit dessen Bewegung dreht sich die zentrale Platte und die darauf platzierten Figuren bewegen sich. Dies sorgt für Lebendigkeit und ein
Nussknacker
Nussknacker sind echte Klassiker als Weihnachtsdekoration, auch wenn sie nicht wirklich zum Knacken von Nüssen verwendet werden, sondern mehr als wirkliche Dekoration dienen. Ähnlich wie bei den Räuchermännchen stellen auch die Nussknacker verschiedene Berufe oder Titel dar. Sehr bekannt ist der rote Husar oder König, jedoch können sie auch als Bergmann, Bäcker, Trommler, Bergmeister oder Nachtwächter auftauchen.
Räuchermännchen
Räuchermännchen gehören zu meinen persönlichen Favoriten und kommen in unterschiedlichen Formen und Arten. Bekannt sind meist männliche Figuren, die jeweils eine bestimmte Berufsgruppe oder Zunft darstellen wie bspw. Jäger, Bergarbeiter, Lehrer, Gärtner oder Förster. Mittlerweile gibt es aber auch andere Formen, wie Häuschen oder Tannenbäume. Von Hand gefertigt und bemalt sind sie innen hohl, damit eine Räucherkerze abgebrannt werden kann.
Warum ist die Schnitzkunst aus dem Erzgebirge denn so beliebt?
Die Schnitzkunst aus dem Erzgebirge steht für Qualität aus Handarbeit. Immerhin sind die Produkte ein Resultat von langfristigem Aufwand und Hingabe mit traditionellen Wurzeln. Entgegen der heutigen, industriellen Massenproduktion bildet die authentische Handarbeit mittlerweile einen realistischen Gegentrend, der für mehr Qualität und Langlebigkeit steht.
Besonders attraktiv ist der historisch traditionelle Bezug der Produkte, da diese an eine frühere Zeit erinnern, wo die Zunft der Handwerke eine höhere Bedeutung hatte als in der heutige Zeit. Handarbeit wir zunehmend mehr geschätzt und gewürdigt auch auf dem internationalen Level. Bewohner in anderen Ländern mögen diese geschichtliche Verbundenheit und stellen sich daher diese Holzschnitzkunst gern in die eigenen vier Wände. Die Holzschnitzprodukte spiegeln nicht nur handwerkliches Geschick, sondern auch eine regionale Identität wider.
Wo ist die Schnitzkunst besonders beliebt?
Neben den nationalen Bundesländern ist die Schnitzkunst auch im Ausland sehr beliebt. Besonders in den USA, Kanada und dem fernöstlichen Japan erfreuen sich die Produkte größter Beliebtheit und werden gern teuer gekauft. Dadurch, dass die Produkte aus dem Erzgebirge durch die UNESCO internationale Bekanntheit erreicht haben, ist auch der Markt deutlich größer geworden.
Besonders die Nussknacker haben in den USA eine große Nachfrage genossen. Dabei sind nicht nur die traditionellen Figuren gefragt, sondern auch ausgefallene Modelle wie beispielsweise der "Krampus Nussknacker". Dieser ist zwar etwas schauriger, aber sorgt auf jeden Fall für einen zweiten Blick.
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Besten Gruß, Marco
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