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Holz Guide: Eiche


Eiche ist ein geschichtsträchtiges Holz. Schon im Mittelalter hat man Eiche als Bau- und Möbelholz genutzt. Seine robuste Struktur und Härte haben es auch gern als Material für Schiffsrümpfe werden lassen. Ich erinnere mich an die USS Constitution, die sich als zweitältestes, noch im Dienst stehendes, Kriegsschiff der Welt einen Namen gemacht hat.


Diese Fregatte aus dem Bürgerkrieg wurde hatte einen Rumpf aus massiver Eiche, an dem sogar feindliche Kanonenkugeln abprallten. Somit hat sie nicht nur ihren Namen in der Geschichte der US Navy gemacht, sondern auch den Spitznamen "Old Ironsides" verdient. Das sagt schon sehr viel über die Widerstandskraft und Härte des Holzes aus.



 

Stammform, Farbe und Struktur


Kommen wir mal zur Eiche selbst. Generell wird aufgrund des verschiedenen Aussehens unterschieden in:


Weißeiche: Stieeiche und Traubeneiche - vorwiegend in Europa heimisch und andere Arten eher in Nordamerika und Ostasien angesiedelt

Roteiche: eher in Nordamerika zu finden

Immergrüne Eiche: eher in den tropen und subtropischen Regionen zu finden; hier hat nur die Korkeiche aus Südwesteuropa eine wirtschaftliche Relevanz


Das Splintholz variiert zwischen Alter, Art und Standort der Eiche zwischen 2 und 8 cm Breite. Bei der Weißeiche ist der Splint weiß bis grau, was es auch sehr edel wirken lässt. Das Kernholz ist dann lederbraun oder rotbraun. Der Splint der Roteiche ist eher rosa wobei das Kernholz rotbraun. Auffällig ist das Porenbild durch welche sich die beiden Eichenarten voneinander gut unterscheiden lassen. Der Splint der Eiche wird selten verwendet, da dieses Holz eher zu den Kernholzarten gehört und sich der Fokus darauf bezieht.


Eiche ein hartes Holz mit einer Darrdichte von 680 kg pro Kubikmeter. Sie ist nicht so hart wie Buche aber trotzdem noch sehr robust und härter als beispielsweise Ahorn oder Birke. Dies dient lediglich zur Orientierung der Härte, da die Darrdichte ja keine ISO genormte Skala bildet.


Die BRINELL Widerstandsmessung hat einen Wert von zwischen 3,4 bis 3,7 N/Quadratmillimeter. Die Quellen geben hier unterschiedliche Werte an, aber es entspricht auch dem Widerstandsgrad der heimischen Buche.


Ein massiver Eichenbalken wird gerade abgeschliffen
Ein massiver Eichenbalken aus einem Kuhstall - Schwer, robust und sehr hart.
 

Bearbeitbarkeit der Eiche


Eichenholz ist generell gut zu bearbeiten, sowohl von Hand als auch mit der Maschine. Allerdings kann die Bearbeitung sehr aufwändig sein, besonders wenn das Holz sehr alt ist. Ich selbst habe die Erfahrung gemacht, dass der Schliff von Eiche einiges an Zeit benötigt, um eine schöne ebene, glatte Oberfläche zu erzielen. Allerdings ist das Endresultat den Aufwand auf jeden Fall wert.


Das Trocknen der Eiche ist an sich nicht zeitaufwändig, allerdings neigt das Holz dazu Risse zu bilden wenn die Trocknung zu schnell erfolgt. Das Kernholz "arbeitet" an sich nicht und es sollte im Normalfall nicht zu Verformungen kommen, aber das Holz sollte auf jeden Fall vorgebohrt werden, um mögliche Risse beim Schrauben zu vermeiden.


Auch sollte man die Eiche vor Feuchtigkeit während der Bearbeitung schützen. Wenn man die Oberfläche glatt schleifen will, und Wasser darauf trifft, neigt die Oberfläche wieder grob zu werden und man muss von vorn beginnen.


 

Verwendung der Eiche


Ähnlich wie bei der Buche wird Eiche auch flexibel eingesetzt. Ihr Heizwert liegt bei 3,9 kWh pro kg und ist somit höher als bei der Buche. Für Holzheizungen wäre Eiche hervorragend geeignet, jedoch ist hier die Frage, ob es nicht bessere kostengünstigere Alternativen gibt.


Generell lässt sich Eiche in der Fertigung von hochwertigen Möbeln wiederfinden. Gerade das Kernholz begeistert durch seine rotbraune Färbung, die durch Ölung besonders schön zum Vorschein kommt. Roteiche und Weißeiche haben eine ähnliche Festigkeit und daher gibt es eine Unterscheidung in der Verwendung für den Möbelbau und die Fertigung von Inneneinrichtungen.


Roteiche ist allerdings nicht für den Außenbereich geeignet, da sie anfälliger für Parasiten und Feuchtigkeit sind, als die Weißeiche.


Aus Whiskybrennereien weiß man auch, dass die Reifung der Spirituose in Eichenfässern erfolgt. Der Whisky zieht aus dem Holz nicht nur die charakteristische Farbe, sondern auch unterschiedliche Aromen. Auch hier wird zwischen Amerikanischer und Europäischer Weißeiche unterschieden. Amerikanisches Holz wächst schneller und gibt dem Whisky eine eher ein leichtes Aroma, wogegen die Europäische Eiche eine tanninreiche, stark aromatische Note verleiht. Roteichen sind, wegen ihrer Porenstruktur, nicht dafür geeignet.


Im Sommer habe ich auch sehr gern mit Eichenstücken oder Spänen geräuchert. Der Duft des Rauches ist wirklich charakteristisch. Oftmal bekommt man auch Splitter aus alten Whisky-, Cognac- oder Weinfässern. Diese haben ein ganz besonderes Aroma und geben dieses auch an das langsam zu garende Fleisch ab. Versuch es einfach aus. Ich selbst war total begeistert und smoke gern mit Eiche. Meine Empfehung: Pullet Pork, Ribs oder Beef Brisket im Eichenrauch sind ein Gedicht.


 

Eichenholz ist eines meiner absoluten Favoriten. Mein allererstes Werkstück war aus Holzscheiben eines Hauklotzes aus Eiche gefertigt und ich habe es immer noch. Die Maserung und Färbung ist wunderschön und die Tischplatte wird wohl immer in meinem Besitz bleiben.


Eine Epoxid-Tischplatte mit Eichenscheiben und grauem Epoxidharz im Zander Holzstudio
Mein allererstes Werkstück - mit Eichenscheiben

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Besten Gruß, Marco



Quellen:

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