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Rückenschonend arbeiten


Ich glaube nicht nur Handwerker und Hobbytüftler haben zunehmend Rückenprobleme und andere Gebrechen, sondern auch Leute, die vermehrt am PC arbeiten. Ich selbst habe auch schon hin und wieder Probleme mit dem Rücken, gerade wegen der einseitigen Sitzhaltung sowie fehlender Bewegung, wenn ich am Schreibtisch sitze.


Auch die Körperhaltung beim Schleifen in ständiger Beugung ist nicht gerade vorteilhaft. Daher geht es in diesem Beitrag darum, wie man körperschonend arbeiten kann, um eventuelle Spätfolgen zu vermeiden. Immerhin möchte ja jeder lange fit und ohne Gebrechen sein.



 

Rückenschmerzen im Handwerk


Ungefähr 80% der Krankheitstage gehen laut dem Statistikportal Statista auf Rückenschmerzen zurück. Das ist ein enorm hoher Anteil. Gerade im Handwerk wird die Arbeit meist in unergonomischen Positionen ausgeführt, d.h. es wird viel auf dem Boden auf den Knien verharrt oder über dem Kopf gearbeitet. Das hat natürlich auch negativen Einfluss auf die Muskulatur und die Skelettstruktur.


Durch einseitige Belastung des Körpers ist die Folge schnell abzusehen: es kommt zu Bandscheibenvorfällen und schmerzenden Muskelverkrampfungen, die sich nicht so leicht kurieren lassen. Besonders betroffen von Rückenschmerzen sind Dachdecker:innen, Zimmermänner und Zimmerfrauen sowie Dachdecker:innen. Jedoch ist die Gefahr für andere Handwerke ebenfalls gegeben und nicht zu unterschätzen.



Ein Arzt untersucht den Rücken einer Frau
Rückenschmerzen sind ein gängiges Gebrechen - Karolina Grabowska (pexels)

 

Sich regelmäßig und richtig bewegen


Ein wichtiger Faktor ist eine wechselnde Bewegung beim Arbeiten, sodass jeder Teil des Körpers gleichmäßig und regelmäßig belastet wird. Das wirkt einer monotonen Körperhaltung entgegen. Es sollten also Wege gefunden werden, körperschonend zu arbeiten in unterschiedlichen Körperhaltungen.


Hier gibt es einige Hinweise, die recht schnell und einfach umzusetzen sind:


  • Benutze eine Treppe statt eines Aufzugs; so trainierst du deine Beinmuskulatur

  • Wechsle aktiv bei der Arbeit deine Körperhaltung; stehe bei Arbeiten auf dem Boden regelmäßig auf oder arbeite auch mal an der Werkbank oder einem Tisch, sofern dies möglich ist

  • Wenn du viel im Stehen arbeitest, achte darauf dein Gewicht auf beiden Beinen gleichmäßig zu verteilen

  • Treibe regelmäßig einen ausgleichenden Sport, um Muskelgruppen zu belasten, die in deinem normalen Handwerksberuf vernachlässigt werden (z.B. Schwimmen, Joggen, Yoga & Fahrrad fahren)

  • Besuche eine Rückenschule, um dich über neue schonende Haltungen zu informieren und den Rücken zu trainieren


 

Richtig heben und beugen


Durch falsches Heben oder Beugen, kann der Rücken sehr stark geschädigt werden. Ein Großteil der Rückenschmerzen resultiert aus der falsche Hebebewegung oder zu hohe Belastung. Viele Leute heben aus dem Rücken heraus und das ist schon einmal falsch. Aus den Beinen sollte die Kraft kommen und das Kreuz sollte gerade sein. Nutze die Kraft der Arm- und Beinmuskulatur.


  • Stelle dich vor den zu hebenden Gegenstand

  • Die Beine sollten etwas weiter als Schulterbreite auseinander stehen

  • Gehe mit geradem Rücken in die Hocke, die Schultern sollten gerade sein

  • Der Gegenstand sollte körpernah und fest gehalten werden

  • Gehe mit durchgestrecktem Rücken langsam nach oben; bilde kein Rundkreuz oder gar einen Buckel


Prinzipiell gilt: wenn es für dich allein zu schwer ist, dann frage um Hilfe. Niemanden bringt es etwas, wenn du dich überhebst und für Tage oder Wochen ausfällst. Viele Hände machen leichte Arbeit.


Tipp: suche dir auch einen Rückenstützgurt zum zusätzlichen Schutz des Rückens. Es gibt diverse Anbieter zu den passenden Produkten. Gerade im Bereich der Logistik ist dies als Arbeitsschutzmaßnahme mehr als empfehlenswert. Schau dir die Bewertungen der Käufer an und mache dir ein eigenes Bild zum perfekten Produkt.


 

Die richtigen Werkzeuge nutzen


Was ich selbst auch gern nutze, sind elektrische Werkzeuge, die nicht nur die Arbeit beschleunigen, sondern auch körperschonend sind. Die Markenhersteller haben sich auf die Gebrechen der Nutzer eingestellt und ihr Sortiment bereits angepasst. Mittlerweile haben viele Werkzeuge eine geringere Vibration. Das schont nicht nur den Rücken, sondern auch das Nervensystem des Körpers. Weiterhin ist die Form der Griffe ergonomischer geworden, um sich der natürlichen Bewegung des Körpers anzupassen.


  • Werkzeugkoffer sind schwer und belasten einseitig; wenn du viel Werkzeug transportieren musst, nutze einen Trolley, den du ziehen oder schieben kannst

  • Wenn du viel auf dem Boden arbeitest, nutze Knieschoner, die deine Gelenke schützen

  • Wenn du Bohrwerkzeug kaufst, achte auf automatische Abschaltfunktion bei zu viel Widerstand (Kick-Back-Controll Funktion)

  • Unabhängig vom Rücken ist Arbeitsschutz das A und O, d.h. Atemschutz, Hörschutz und Augenschutz sind ein Muss bei geräuschintensiven Arbeiten


 

Massage und Physiotherapie


Gönne dir hin und wieder eine wohltuende Massage, um verkrampfte Muskelpartien wieder zu lösen und auch mentale Ruhe zu finden. Du kannst nicht immer konstant arbeiten und den Körper belasten. Ab und zu ist eine Pause nötig und vor allem gesund.


Physiotherapie bzw. manuelle Therapie ist in der heutigen Zeit mehr als gefragt. Gefühlt gibt es nicht genug Therapeuten, um den derzeitigen Bedarf zu decken. Ich habe mich selbst auch schon in manuelle Therapie begeben und bin über diese Entscheidung sehr froh. Mache frühzeitig einen Termin beim Hausarzt und lasse dir eine Überweisung ausstellen. Wichtig ist dann auch, dass du frühzeitig einen Therapeuten findest, der dich in seinen vollen Terminkalender aufnehmen kann.


 

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Besten Gruß, Marco



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