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Schneidebretter - Holz oder Kunststoff?


Schneide- und Servierbretter sind ja ein Muss in jeder Küche. Beim Kochen dienen sie sehr gute Dienste und machen auch als Dekoartikel eine sehr gute Figur. Bezüglich des Materials gibt es ja Debatten zwischen Holz und Kunststoff. Einerseits wird gesagt Kunststoff sei hygienischer, weil sich dort nicht so die Keime festsetzen, aber ist das so? In diesem Beitrag geht es darum, die beiden Materialien gegenüber zu stellen und sich ein eigenes Bild zu machen.


  • Vorteile für Schneidebretter aus Holz

  • Nachteile für Schneidebretter aus Holz

  • Vorteile für Schneidebretter aus Kunststoff

  • Nachteile für Schneidebretter aus Kunststoff

  • Bretter aus Glas oder Stein? Finger weg!

  • Unterscheidung Schneide- und Servierbretter

  • Das richtige Brett für das passende Lebensmittel

  • Kombination aus Holz und Kunststoff


Ein Vollholz-Schneidebrett aus massiver Eiche
Schneidebretter aus Holz sind nachhaltiger als Kunststoff

 

Vorteile für Schneidebretter aus Holz


Schneidebretter aus Holz sind im privaten Haushalt eher gesehen als beispielsweise in gastronomischen Betrieben, wobei hölzerne Bretter im Servicebereich ein dekoratives Gimmick bilden. In der Küche selbst ist Kunststoff meist das gewählte Material.


Holz ist deutlich nachhaltiger als Kunststoff. Die Bretter sind biologisch abbaubar und langlebig. Zudem braucht man sich über Mikroplastikpartikel im Essen keine Sorgen machen. Holz ist organisches Material, welches sich auf natürliche Weise zersetzt. Sollte man also ein klitze klitze kleines Holzstaubkorn mit im Essen haben (das man nicht schmeckt), so braucht man sich über eine Plastikvergiftung wenig Gedanken machen.


Holzbretter haben einen weiteren Vorteil: da Holz "arbeitet" werden durch das feuchte Abwischen bei der Reinigung Schnittstellen mitunter verschlossen. Das Holz quilt in Verbindung mit Wasser auf und schließt somit einige Kratzer und Schrammen. Diesen Vorteil bieten Bretter aus Kunststoff nicht. Weiterhin ist Holz ein nachwachsender Rohstoff, dessen Nutzung umweltfreundlich und nachhaltig ist. Entsprechend dem Trend für ein "grüneren" Lebensstil ist ein Holzbrett also die erste Wahl.


Es gibt verschiedene Holzarten, die aufgrund ihrer natürlichen Eigenschaften auch antibakteriell wirken und daher sehr gut für die Nutzung in der Küche in Verbindung mit Lebensmitteln geeignet sind. Oft werden Eichenbretter etwas verteufelt, wegen der Gerbsäure, allerdings sehe ich dies persönlich ein klein wenig übertrieben. Immerhin sind Eichenbretter im Normalfall versiegelt und wenn man vorsichtig schneidet, dann gelangt keine Säure in die Lebensmittel. Dies ist allerdings meine persönliche Ansicht und jede:r muss sich selbst ein eigenes Bild machen.


Ein Servierbrett aus verschiedenen Holzsorten mit Saftrille
Ein Servierbrett aus verschiedenen Holzsorten mit Saftrille

 

Nachtteile für Schneidebretter aus Holz


Neben vielen Vorteilen hat das Holz allerdings auch Nachteile. Zunächst ist nicht jedes Holz als Material für ein Schneidebrett geeignet. Weiche Hölzer, die keine starke Schnittfestigkeit aufweisen, werden nach erster Nutzung bereits Druckstellen oder Schnittspuren haben Außerdem kann sich das Holz verziehen durch die Feuchtigkeit. Auch haben verschiedene Hölzer auch eine unterschiedliche Porenstruktur, das bedeutet, dass Flüssigkeiten wie Fleischsäfte, Fette und Öle aufgenommen werden können. Auch kann dies zu Verfärbungen führen, wobei dies von Holz zu Holz unterschiedlich ist.


Ein weiterer Nachteil ist die Reinigung. Holzbretter sind nicht spülmaschinengeeignet und müssen behutsam gereinigt werden. Weiterhin sind sie anfälliger für Geschirrspülmittel, da die Tenside das schützende Hartwachsöl angreifen können. Somit ist die Versiegelung teilweise nicht mehr gegeben und Keime können sich in den Poren absetzen. Manche Holzsorten haben auch einen gewissen Harzanteil, der nicht nur Einfluss auf den Geschmack von Lebensmitteln haben kann, sondern auch nicht unbedingt für den Körper gesund ist. Daher sollten nur Schneidebretter aus bestimmten Holzsorten gefertigt- und genutzt werden.


 

Vorteile für Schneidebretter aus Kunststoff


Kunststoff hat gegenüber Holzbrettern auch einige Vorteile. Es ist spülmaschinengeeignet und somit wird die Reinigung erleichtert. Weiterhin verziehen sie sich nicht bei Feuchtigkeit und sie sind relativ günstig im Einkauf. In der Gastronomie kenne ich es auch so, dass die Schneidebretter aus Hygienegründen in der Küche auch farblich unterscheidbar waren. Rot für Fleisch, Blau für Fisch, Grün für Gemüse und Gelb (glaube ich) für Milchprodukte. Diese Unterscheidung kann man beim Holz nicht wirklich machen.


Kunststoff hat keine Poren, d.h. es können sich keine Keime zu tief festsetzen. Auch sind sie dadurch unempfindlich gegen Feuchtigkeit, Geruchsbildung und ggf. auch gegen Gerüche. Das macht sie sehr gut geeignet für das Schneiden von wasserhaltigen Lebensmitteln wie Gemüse und Obst. Da sie sich nicht mit Feuchtigkeit vollsaugen, trocknen sie schnell und können schnell nach der Reinigung gelagert werden, ohne Schimmel anzusetzen oder Keime zu bilden.


 

Nachteile für Schneidebretter aus Kunststoff


Was Vorteile des Holzbrettes sind, bilden quasi Nachteile für das Kunststoffbrett bedeuten. Sie regenerieren Schnittspuren nicht und haben den Nachteil die Klingen schnell stumpf werden zu lassen. Daher sind sie nicht sonderlich messerschonend. Weiterhin gibt es das Problem von Mikroplastik, welches durch das Schneiden in die Lebensmittel gelangen können. Minderwertige Kunststoffbretter weisen keine hohe Belastbarkeit auf und zeigen somit schnell Gebrauchsspuren. Das ist nicht sonderlich schön anzusehen.


 

Bretter aus Stein oder Glas? Finger weg!


Bretter, die aus Glas oder Feinsteinzeug gefertigt sind, können zwar sehr schön aussehen und edel wirken, jedoch sind sie für den Gebrauch als reines Schneidebrett nicht sonderlich gut geeignet. Einerseits sind sie recht schwer und nicht messerschonend. Somit stumpfen die Messer recht schnell ab und müssen nachgeschliffen werden. Als Servierbrett können sie gut geeignet sein, weil sie auch recht hygienisch und leicht zu reinigen sind, aber als Schneidebrett - Finger weg, wenn du deine Messer magst.


 

Unterscheidung Schneide- und Servierbrett


Vielleicht wäre es auch noch erwähnenswert, dass ich im Zander Holzstudio eine Unterscheidung mache zwischen Schneidebrettern und Servierbrettern. Schneidebretter sind gut in der Küche fürs Schnippeln geeignet aufgrund der Schnittfestigkeit und Härte des Holzes. Servierbretter hingegen sind auch aus weicherem Holz gefertigt sein und sollten daher nicht zum Schneiden verwendet werden. Diese Bretter sind dekorativ und dienen viel besser als Servierplatte für Wurst, Käse, Antipasti oder sonstiges Fingerfood.


Servierbretter würden schnell Schnittkratzer aufweisen und das macht sie dann wenig edel oder anschaulich. Damit meine Kunden und Interessenten lange Freude an ihren Brettern haben, weise ich immer lieber darauf in.


Ein Servierbrett aus verschiedenen Holzsorten und eingegossenen Getreideähren
Ein Servierbrett aus verschiedenen Holzsorten und eingegossenen Getreideähren

 

Das richtige Brett für das passende Lebensmittel


Es gibt für diverse Lebensmittel auch passende Schneidebretter, aufgrund ihrer Eigenschaften. Das ist natürlich nur ein Vorschlag und keine Maßgabe.


Holzbretter: Brot, Wurst, Käse, weniger wasserhaltiges Gemüse, Fleisch


Kunststoffbretter: stark wasserhaltiges Gemüse, Obst, Fleisch, Fisch


 

Kombination Holz und Kunststoff


Eine gute Lösung ist die Kombination aus Kunststoff und Holz in einem Brett. Es gibt im Handel bereits eine 50:50 Lösung, die in der Küche optimal sein dürfte. Allerdings sind diese manchmal nicht wirklich edel oder attraktiv anzuschauen. Zumindest nicht als Servierbrett.


Im Zander Holzstudio kombiniere ich ebenfalls gebrauchtes Massivholz mit Epoxid-Harz, also einem Kunststoff. Nur versuche ich diese auch optisch attraktiv und künstlerisch zu gestalten, damit sie sowohl als Servier- als auch als Schneidebrett gut taugen. Außerdem sind sie handgefertigt und jedes Stück ist ein Unikat.


 

Wenn dir meine Beiträge gefallen, dann freue ich mich natürlich über dein Feedback und auch über ein Abonnement von deiner Seite. Bleib dran für weitere Infos in der Zukunft.


Besten Gruß, Marco



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