top of page

Holz Guide: Holzarten unterscheiden

Aktualisiert: 31. Jan. 2022

So einzigartig, wie jedes andere Lebewesen


Jeder Baum ist einzigartig so wie jeder einzelne Mensch. So individuell wie wir aussehen und uns verhalten, so unterscheiden sich auch Bäume in ihren gattungsspezifischen Eigenschaften aber ebenso in ihrem Aussehen. Ich darf nicht vergessen, dass es sich bei Bäumen auch um Lebewesen handelt und ich mich glücklich schätzen kann, dass ich das wunderschöne Naturmaterial verarbeiten darf. Klingt zwar wie ein Zitat von "Pocahontas" aber es steckt dennoch viel Wahrheit drin.


Wie aber kann ich zwischen den Holzarten unterscheiden und in welcher Vielfalt gibt es Holz? Hier zeige ich dir, an welchen Kriterien man sich orientieren kann.



Ein alter massiver Eichenbalken wird abgeschliffen per Hand im Zander Holzstudio
Das Eichenholz ist sicher über 150 Jahre alt.
 

Unterscheidung zwischen hell und dunkel


Fangen wir mal mit der einfachsten Unterscheidung an: helles oder dunkles Holz. Das mag an sich recht simpel sein, aber ist grundlegend für die Entscheidung wie das fertige Holzprodukt später aussehen soll.


Eins vorweg, es gibt nicht NUR hell und dunkel sondern auch verschiedene Schattierungen, Farbgebungen und Helligkeitsgrade. Pauschal kann man also nicht sagen, ob diese Holzsorte immer den gleichen Helligkeitston aufweist. Beispielsweise Pflaumenholz hat sowohl helles Holz als auch dunkles Kernholz. Wo ordnet man es also ein? Tja, das ist wohl die Krux.


Hier mal ein paar mögliche natürliche Farbgebungen zum Holz:

  • hellbraun

  • dunkelbraun

  • gelblich

  • weiß bis hellgrau

  • staubgrau

  • rotbraun

Auch muss man beachten, dass Holz generell die Farbe ändert, je nach weiterer Bearbeitung oder Witterung. Holz dunkelt allgemein nach; was heute richtig hell und fast weiß ist, kann in wenigen Wochen etwas dunkler und gelblicher erscheinen. Das sollte man auf jeden Fall berücksichtigen.


Hier siehst du mal eine kleine Übersicht von hellen und dunklen heimischen Hölzern.

Helles Holz

Dunkles Holz

Ahorn

Birnenbaum

Apfel

Kirsche

Birke

Ebenholz

​Douglasie

Eiche

Kiefer

Lärche

Fichte

Mahagoni

Tanne

Pflaume

Esche

​Haselnuss

Buche (außen)

Buche (Kern)

Das sind natürlich nur ein paar Beispiele für helle und dunkle Holzarten und das soll erst einmal nur als Orientierung dienen. Manche Holzsorten sind dunkel im Kern und hell außen. Das gibt eine schöne Färbung und Kontrast.


Ein Epoxid-Schneidebrett aus Kunstharz und Pflaumenscheiben im Zander Holzstudio
Pflaumenholz ist nicht eindeutig einzuordnen. Es gibt helle und dunkle Schattierungen und Färbungen.
 

Unterscheidung zwischen hart und weich / elastisch


Ein weiteres Kriterium, wie man Hölzer voneinander unterscheidet und charakterisiert ist der Härtegrad und die Elastizität. Einerseits kann man die Härte mithilfe der Därrdichte bestimmen. Jedes Holz besitzt einen Richtwert, wo sich die Härte ungefähr einordnen lässt.


Zur Unterscheidung zwischen hartem und weichem Holz habe ich bereits einen Blogbeitrag geschrieben. Wenn du mehr über die Därrdichte erfahren willst, schau gern mal rein: Hart- und Weichholz


Allerdings ist die Därrdichte keine ISO genormte Größe und soll wirklich als Orientierung dienen. Die BRINELL Widerstandsmessung hingegen ist eine genormte Größe, die die Druckfestigkeit des Holzes nach festem Prinzip misst. Wie funktioniert diese Messung? Eine genormte Stahlkugel mit einem Durchmesser von 10 mm wird in das Holz gedrückt. Je tiefer die Mulde, umso weicher ist das Holz.


Durch die Lufteinschlüsse von weichem Holz, ist die Dichte geringer und der Widerstand bei einer solchen Messung eher schwach. Hartes Holz mit einer höheren Dichte wird nur kleine oder gar keine Druckstellen aufweisen. Hier findest du eine kleine Übersicht an harten und weichen Hölzern. Das sind natürlich auch nur Beispiele.

​Hartes Holz

Weiches / Elastisches Holz

​Eiche

Fichte

Birke

Kiefer

Birnenbaum

Kirschbaum

Kastanie

Tanne

Apfelholz

Pappel

Eibe

Lärche

Esche

Linde


Ein Kiefernbrett einer alten Palette wird abgeschliffen. Altes Holz wird neu aufbereitet und im Sinne des Upcyclings im Zander Holzstudio neu verwendet.
Ein Kiefernbrett einer alten Palette wird geschliffen.

 

Unterscheidung zwischen heimisch und tropisch


Tja je nachdem, wo man wohnt, kann man auch dieses Kriterium zurate ziehen. Für mich als Prignitzer Dorfbuben sind die Tropen natürlich weit weg, es sei denn, ich habe mal den Kachelofen zu lange brennen lassen. Was ist eigentlich der Unterschied zwischen heimischem und tropischem Holz? Das erfährst du hier.


Allgemein haben Tropenhölzer einen langen Transportweg nach Europa hinter sich und werden unter großen Aufwänden gefällt und verarbeitet. Daher ist der Preis für Tropenholz logischerweise deutlich höher als beispielsweise für heimisches Holz. Allerdings ist der Fokus und die Nutzung von Tropenholz in keinem Fall umweltfreundlich, denn die Abholzung des Regenwalds wird durch Nachfrage an Tropenhölzern vorangetrieben.


Hier eine kleine Übersicht mit Beispielen von tropischen und heimischen Hölzern:

​Tropisches Holz

Heimisches Holz

​Abachi

​Kiefer

​Mahagoni

Fichte

​Teak

Buche

Bilinga

​Kastanie

​Padouk

​Pflaume

​Meranti

​Tanne

​Palisander

​Eiche

Im Zander Holzstudio verarbeite ich ausschließlich heimische Hölzer. Nicht nur weil ich einen hohen Wert auf Nachhaltigkeit und Umweltfreundlichkeit lege, sondern auch weil ich denke, dass ich aus heimischen Hölzern edle Produkte fertigen kann, ohne dafür teures Tropenholz kaufen zu müssen. Ohnehin arbeite ich mit gebrauchtem und altem Holz und Resten. Für meine Produkte soll nicht extra ein Baum gefällt werden.


Ein Mosaik Schneidebrett aus verschiedenen Holzsorten, geschliffen und geölt aus dem Zander Holzstudio
Auch aus heimischen Holz, kann man wunderschöne edle Produkte fertigen.
 

Unterscheidung zwischen edel und günstig


Die Unterscheidung zwischen edlem und günstigen Holz ist wohl sehr subjektiv und daher keine richtige Messung für eine Unterscheidung, allerdings lassen sich ein paar kleine Tipps hier zusammenfassen.


Edle Hölzer sind meist teurer als günstiges Holz. Massives Hartholz aus fernen Ländern findest du öfter höher bepreist, als Fichte oder Kiefer. Der Preis ergibt sich oftmals aus der Verfügbarkeit des jeweiligen Holzes, die Beständigkeit und das Aussehen. Somit ist qualitativ hochwertigeres Holz hochpreisig und minderwertiges Holz eher günstig. Das ist wohl einfache Logik als fundiertes Holzfachwissen.


Fichte und Kiefer sind beliebte Bauhölzer und lassen sich schnell und durch nachhaltige Forstkultur produzieren. Durch die hohe Nachfrage und das hohe Angebot ist der Preis relativ niedrig, verglichen mit Harthölzern, die nicht in derselben Menge verfügbar sind. Auch benötigen Harthölzer deutlich mehr Zeit um Wachsen, was sie weniger verfügbar am Markt machen und somit mehr Geld kosten.


Die Nutzung ist auch entscheidend. Für Möbel, die dekorativ und hochwertig erscheinen sollen, macht eine schöne Färbung Sinn. Diese findet man allerdings nicht bei allen Holzarten. Daher steigt dort auch die Nachfrage. Ähnlich ist es aber auch für Möbel für den Außenbereich, die witterungsbeständig sein müssen und nicht leicht anfällig für Pilze, Parasiten, Schimmel oder Morschheit sind.


Hier findest du einen kleine Übersicht von edleren und günstigeren Holzarten.

​Edlere Holzarten

Günstigere Holzarten

​Nussbaumholz

​Birke

Olivenholz

Buche

Obstbaumholz

Douglasie

Mahagoni

Kiefer

Ebenholz

Fichte

Kastanie

Lärche

 

Unterscheidung in Beständigkeit


Im ersten Gedanken würde man doch denken, dass Hartholz und teures Holz deutlich witterungsbeständiger ist, als günstiges Weichholz. Aber da muss ich dich enttäuschen. Edle Harthölzer eignen sich für den Bau von Möbeln für den Außenbereich, wie bspw. für den Garten oder die Terrasse weniger, als viele Nadelhölzer.


Warum ist das so? Es gibt viele Gründe. Zunächst kennt man den Spruch "Holz arbeitet". Das trifft für weiches und hartes Holz zu. Das bedeutet, dass Holz sich mit zunehmender Trocknung verzieht. Gleichzeitig absorbiert Holz aber auch Feuchtigkeit aus der Umgebung, bspw. aus der Luft. Somit gibt es immer einen Austausch von Feuchtigkeit, was zu Verformung führt. Nur durch Versiegelung durch Wachs oder Lack lässt sich diese "Arbeit" umgehen.


Weichere Nadelhölzer sind auch witterungsbeständiger als Harthölzer wie bspw. Laubholz. Sie sind weniger anfällig für Pilze, Schimmel und Bruch. Das hängt mit dem Harzgehalt des Holzes ab. Harz schützt sowohl gegen Feuchtigkeitsverlust als auch zu viel Feuchtigkeit. Grobporiges Holz beinhaltet Harz, daher kann Feuchtigkeit schwerer eindringen. Daher eignen sich Nadelhölzer auch besser für den Bau von Außenmöbeln.


Weiterhin sind weichere Hölzer in der Trocknung weniger anfällig. Harzholz neigt dazu, bei der Trocknung zu splitten und sich zu verziehen. Besonders wenn die Trocknung schnell erfolgt. Weichere Hölzer haben diese Eigenschaft nicht. Daher sind sie für Sitzmöbel für draußen besser geeignet und lassen sich auch schneller verarbeiten, weil sie zum Trocknen weniger Zeit benötigen.


 

Viele Merkmale, viel Auswahl


Wie zu Beginn erwähnt, gibt es eine Vielzahl von Faktoren, worin sich Hölzer unterscheiden. Dabei gibt es auch kein perfektes Holz, denn jedes einzelne Holz hat seine Vor- und Nachteile, je nach Nutzung. Es gibt Fälle, wo biegsames weiches Holz vorteilhafter ist, als Hartholz, welches schnell splittern kann. Andererseits kann Harzholz mit einer schönen Färbung zwar teurer sein, aber sich am besten für die Verarbeitung von dekorativen Möbeln eignen.


Im Zander Holzstudio ist Recycling und nachhaltiges Denken ein Teil der grundlegenden Philosophie und daher nutze ich verschiedene Holztypen für meine Arbeiten. Einzig von der Nutzung von Tropenhölzern sehe ich grundlegend und entschieden ab.


Wenn dir meine Beiträge gefallen, dann freue ich mich natürlich über dein Feedback und auch über ein Abonnement von deiner Seite. Bleib dran für weitere Infos in der Zukunft.


Besten Gruß, Marco



Quelle:

95 Ansichten0 Kommentare

Aktuelle Beiträge

Alle ansehen
bottom of page