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Frauen KÖNNEN Handwerk.

Frauen im Handwerk können ALLES.


In diesem Beitrag geht darum, einmal mit einem langjährigen Klischee aufzuräumen und zum Umdenken anzuregen. Bis heute wird der Handwerksberuf vorwiegend als Männerdomäne angesehen, aber warum ist das so? Eine sehr gute Frage, denn Kompetenz und Fertigkeiten sind doch nicht abhängig vom Geschlecht. Vielmehr geht es um Wissen, Leidenschaft und Spaß im Beruf und in der Tätigkeit. Das Zander Holzstudio unterstützt den Zuwachs an Damen und divers orientierten Menschen im Handwerk.



Eine Frau schleift Holz in der Werkstatt
Frauenpower in der Werkstatt - Quelle: Tima Miroshnichenko (Pexels)
 

Mehr UnternehmensgründerINNEN


Zunächst fange ich mal mit ein paar Zahlen an, denn sie zeigen schon einen positiven Trend zu mehr Frauenpower im Handwerk. Fast jede 5. Gründung eines Handwerksbetriebs in 2019 erfolgte durch eine Frau. Weiterhin wurde jede 5. Meisterprüfung im Handwerk ebenfalls durch Frauen erfolgreich absolviert. Das ist absolut klasse und zeigt, dass die Handwerkszunft zunehmend auf Interesse der Damenwelt stößt. 75% aller Handwerksbetriebe sind Familienbetriebe, die gemeinsam von einem (Ehe)Paar geführt werden und auch hier gibt es noch deutlich Luft nach oben.


 

Mehr junge Frauen im Handwerk - und das ist auch gut so.


Natürlich hat der Begriff Handwerk ein sehr breites Feld und schließt von der Konditorei bis zur Zahntechnik viele verschiedene Schwerpunkte ein. Aber gerade in den Berufen, die bislang als reine Männerberufe galten, werden Handwerkerinnen zunehmend präsent. Sie begeistern und überzeugen nicht nur durch Können, sondern auch durch Geschicklichkeit, Hingabe und absolutem Know-How.


In 2019 lag der Frauenanteil von abgeschlossenen Ausbildungen im Handwerk bei ca. 19,7% und das ist immerhin beinahe ein Fünftel des Gesamtanteils. Megaklasse, denn jede:r sollte das machen und sich so entwickeln, wie man es sich wünscht. Allerdings gibt es in den gewerblich-technischen Berufen leider noch zu wenig Frauenpower. 2021 zeigt der Frauenanteil an Auszubildenden einen Wert von 18,3%. Das kann allerdings auch mit Corona zu tun haben.


Laut dem Zentralverband des Deutschen Handwerks, wählen Frauen eher kreative Handwerksberufe:


  • Maßschneiderin (84,5% Frauenanteil)

  • Goldschmiedin (78,9% Frauenanteil)

  • Konditorin (80,5% Frauenanteil)

  • Augenoptikerin (67,2% Frauenanteil)


Einige technische Betriebe sind aber auch nicht außer Acht zu lassen, da sie sich bei Frauen weiterhin und auch zunehmend großer Beliebtheit erfreuen.

​Handwerk

Frauenanteil 2005

Frauenanteil 2019

Steigerung

Konditorin

61%

80,4%

19,4%

​Orthopädie Schuhmacherin

27,5%

43,2%

15,7%

​Orthopädie Technikerin

38,8%

​45,6%

14,8%

Raumausstatterin

​47,8%

​57,9%

​10,1%

​Feinmechanikerin

2,2%

​5,8%

​3,6%

​Maler- und Lackiererin

8,3%

​14,5%

​6,2%

Bäckerin

​17,7%

​21,7%

​4,0%

​Tischlerin

​7,1%

​13,1%

​6,0%

Leider sind in anderen technischen Berufen Frauen noch rar. Bei Maurern und Betonbauern ist der Frauenanteil leider nur 1,1%. Informationstechnikerinnen liegen bei 1,9% und Klempnerinnen zeigen nur einen Anteil von 2,1%. Es ist aber dennoch sehr beruhigend, dass der Anteil von Tischlerinnen steigt. Das zeigt auch, dass das Klischee der körperlichen Arbeit auch langsam aufweicht.


Ich selbst habe bei Instagram schon sehr viele junge Handwerkerinnen entdeckt, die auch regelmäßig ihre Projekterfolge teilen und auch auf sehr viel Zuspruch stoßen, und das ist absolut toll und kann ich nur unterstützen.


 

Blöde Klischees und falsche Aussagen


Leider gibt es noch falsche Klischees, die es Frauen im Handwerk erschweren
Leider gibt es noch falsche Klischees, die es Frauen im Handwerk erschweren - Quelle: Juan Pablo Serrano (Pexels)

Es gibt ja noch ein paar Klischees, unter denen Frauen bislang noch leiden mussten und die komplett falsch- und unangebracht sind. Hier wird einfach mal aufgeräumt und richtig gestellt.


"Oh, kann die das?"


Was für eine blöde Frage - nicht nur respektlos sondern auch unangebracht. Handwerkerinnen stehen den Männern in nichts nach und haben sogar für einige Probleme mitunter auch kreativere Lösungsansätze und glänzen durch professionelles Know-How.


"Körperliche Arbeit ist für Frauen zu schwer."


Das sind sicher oft die Bedenken oder Angstgedanken, die davon abhalten könnten, sich für den Handwerksberuf zu bewerben oder ausbilden zu lassen. Aber das ist ebenso falsch, denn wenn man bedenkt, dass der digitale Wandel im Handwerk auch Auswirkungen auf die körperliche Arbeit hat, hat dieses Aussage keinen Stellenwert. Weiterhin ist die Arbeitsqualität doch geschlechterunabhängig. Außerdem und viel wichtiger: habt ihr schon mal überlegt wie viele Frauen in Pflegeberufen arbeiten? Dort wird richtig viel anspruchsvolle, schwere körperliche Arbeit gefordert. Also: weg mit dem Klischee und mehr Offenheit zeigen.


"Frauen und Mädchen wollen nicht ins Handwerk."


Naja, seien wir mal ehrlich - wenn Männer mit einem bestimmten Klischee zu kämpfen hätten, wäre die Motivation in genau dem Gewerk anzufangen auch geringer. Ich würde aber generell nicht eine solche Aussage, wie die obige treffen, denn das ist Schwachsinn. Der Trend zu mehr Frauenpower im Handwerk ist aussagekräftig und Frauen sollten motiviert werden, einen Handwerksberuf auszuüben, wenn sie es möchten. Das kann jede:r für sich selbst entscheiden und generell sollte die Begeisterung und Hingabe gefördert werden.


"Männer sind die besseren Handwerker."


Bullshit 2.0 - diese Aussage ist einfach komplett falsch. Ob jemand besser oder schlechter in einem Bereich ist, kann man doch nicht an einem Geschlecht festmachen. Frauen haben im Durchschnitt sogar bessere Schulabschlüsse und daher top geeignet für anspruchsvolles Handwerk. Sie gehen auch kreativer in die Lösungsfindung von Problemen. Zu guter Letzt zeigen Frauen eine höhere Leistungsbereitschaft und höhere Motivation in der Bewältigung von Aufgaben.


Ich kenne spontan hier eine Vielzahl von Damen, die besser mit einem Bohrhammer umgehen, besser einen Bagger fahren, besser mit Hammer und Meißel umgehen und kreativer denken können als ich. Wie könnte ich also auf die Idee kommen, dass ich ein besserer Handwerker wäre, bloß weil ich ein Mann bin? Genau - auf so eine Idee brauche ich gar nicht kommen, denn das ist einfach blödsinnig.


"Frauen fallen länger aus, weil sie Kinder kriegen."


Mal abgesehen davon, dass Familiengründungen eine wichtige gesellschaftliche Aufgabe darstellen, so ist doch die obere Aussage kein Grund dafür, Frauen nicht im Handwerk willkommen zu heißen. Wenn man bedenkt, dass immer mehr Männer die Chance von Elternzeit wahrnehmen, so wird dieser Mythos schnell entkräftet.


Weiterhin sollte mal darüber nachdenken, dass nicht jede Frau die Gründung einer Familie plant. Nur aus der Angst heraus "oh, sie könnte ja irgendwann in die Kinderplanung gehen", eine motivierte Handwerkerin nicht einzustellen oder gleichzustellen, finde ich grundsätzlich falsch.


"Mit der männlichen Belegschaft gibt es Konflikte."


Ich persönlich kann Handwerksbetriebe nur dazu motivieren sich zu öffnen und Handwerkerinnen als motivierte, kompetente und professionelle Mitarbeiterinnen und Kolleginnen anzusehen. Gemischte Teams erweisen sich generell als kreativer und somit effektiver. Das kann sich positiv auf den wirtschaftlichen Erfolg des Betriebs auswirken.


Gleichzeitig ändert sich der Umgangston im Betrieb auf positive Art und Weise. In Mitarbeitergesprächen gilt es, potentielle Konflikte und Probleme zu besprechen und diese zu managen. Konfliktpotential ist nicht geschlechterabhängig, denn auch in einem reinen "Männerbetrieb" kann die Chance für Konflikte hoch sein. Also: weg mit diesem Klischee und umdenken.


Hier mal eine korrekte Aussage zum Abschluss:


"Frauen im Handwerk: Sie wissen, was sie tun" (Zitat Handwerkskammer Region Stuttgart)


 

Support durch Verbände, Bildungszentren und Netzwerken


Zum Glück gibt es schon sehr viel Unterstützung in der Förderung von Frauenpower im Handwerk. Das kann ich nur unterstützen.


Beispielsweise gibt es Kompetenzzentrum für Handwerkerinnen die Möglichkeit für Workshops und Netzwerken. Gleichzeitig unterstützten die Handwerkskammern wie die Handwerkskammer Braunschweig-Lüneburg-Stade und die Handwerkskammer Stuttgart gezielt die Frauen im Handwerk und fördert die Leidenschaft für diesen Beruf.


Ich finde es richtig klasse, dass sich die Handwerkskammern positiv dafür einsetzen und dazu beitragen, mit dem Klischee zu brechen. Es ist ein großer Schritt zu mehr Akzeptanz, Toleranz und Offenheit.



 

Ich persönlich freue mich immer mehr darüber, wenn Frauen die Begeisterung für das Handwerk für sich entdecken. Immerhin könnte ich hier spontan einige Handwerkerinnen auflisten (mache ich nicht wegen Datenschutz), die mit absoluter Sicherheit besser ein Dach decken, mit einem Bohrhammer umgehen, Elektroleitungen verlegen, Holz sägen, ein Haus restaurieren oder eine Wand mauern können als ich.


Ich habe einen enormen Respekt für euch und kann euch nur motivieren, euer Interesse und eure Leidenschaft für das Handwerk und eure Zunft zu leben. Lasst euch von niemandem einreden, dass ihr etwas nicht schaffen und bewerkstelligen könnt, denn das ist absoluter Blödsinn.


Wenn dir meine Beiträge gefallen, dann freue ich mich natürlich über dein Feedback und auch über ein Abonnement von deiner Seite. Bleib dran für weitere Infos in der Zukunft.


Besten Gruß, Marco



Quellen:

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