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Holz als Wärmelieferant


Generell versuche ich im Zander Holzstudio ja so viele Holzreste wie möglich zu verarbeiten aber manchmal hat man ja wirklich keine Verwendung mehr für kleine Stücke. Gerade jetzt, wo bald die kalte Jahreszeit beginnt, muss man natürlich überlegen, wie man die Hütte warm bekommt. Auch bei mir ist es so, dass der Kachelofen nicht nur durch Luft und Liebe heiß wird und somit heize ich mit Holz vor.


Aber welches Holz eignet sich denn eigentlich am besten zum Heizen und wie verhält es sich im Vergleich zu Heizöl, das zunehmend teurer wird und wenig dem Klimaschutz dient? Hier erfährst du mehr.



Holzfeuer brennend im Kamin
Holz kann ein sehr guter Wärmespender sein

 

Basics: Brennwert & Heizwert


Zu aller erst einmal eine kleine Definition zwischen den beiden Richtwerten, damit keine Verwirrung entsteht, wenn wir die Tabelle betrachten. Beide Werte sind theoretische Zahlen, die lediglich eine Orientierung darstellen. Die Werte können variieren, je nach Lagerung und Restfeuchte des Holzes. Ein Beispiel: wenn Eichenholz einen besseren Heizwert als Fichte aufweist, das Eichenholz aber feucht ist und die Fichte trocken, so brennt die Fichte logischerweise schneller und besser.


Was ist der Unterschied zwischen den beiden Werten? An sich ist es ganz einfach formuliert. Der Heizwert gibt an, welche Energie durch bloßes Verbrennen freigesetzt wird. Der Brennwert hingegen gibt zusätzlich an, welche Energie nicht nur durch das Verbrennen sondern auch durch die Wärme von Abgasen gewonnen wird. Sprich, Heizungen können die Wärmeenergie der Abgase nutzen, bspw. durch Wassererhitzung. Ein Kachelofen hingegen nutzt nur die reine Heizenergie, da keine andere Funktion der Energienutzung vorliegt, es sei denn, man backt einen Kuchen im Ofenrohr.


 

Heiz- und Brennwerte im Überblick


Die Tabelle unten zeigt euch eine Übersicht über die Richtwerte in kWh an. Schauen wir mal, welches Holz die besten Werte hat. Als Vergleich gebe ich euch hier einmal den Heizwert von Heizöl, Ethanol und Erdgas.


Heizwert von Heizöl: 11,8 kWh pro kg

Heizwert von Erdgas: 10,0 kWh pro kg

Heizwert von Ethanol: 7,4 kWh pro kg

​Holzsorte

Brennwert je Raummeter

Heizwert je Raummeter

Brennwert je Kilogramm

Heizwert je Kilogramm

Buche

2100 kWh

​1945 kWh

4,0 kWh

3,7 kWh

Eiche

2100 kWh

​1945 kWh

4,2 kWh

​3,9 kWh

Esche

2100 kWh

​1945 kWh

4,2 kWh

​3,9 kWh

Robinie

2100 kWh

​1945 kWh

4,1 kWh

3,8 kWh

​Ahorn

1900 kWh

​1759 kWh

​4,1 kWh

​3,8 kWh

​Birke

1900 kWh

1759 kWh

​4,3 kWh

4,0 kWh

​Ulme

1900 kWh

1759 kWh

4,1 kWh

​3,8 kWh

​Douglasie

1700 kWh

1574 kWh

​4,4 kWh

​4,1 kWh

​Kiefer

1700 kWh

​1574 kWh

4,4 kWh

​4,1 kWh

​Lärche

1700 kWh

​1574 kWh

​4,4 kWh

4,1 kWh

Fichte

1600 kWh

1482 kWh

4,5 kWh

4,2 kWh

Erle

1500 kWh

1389 kWh

4,1 kWh

​3,8 kWh

Tanne

1500 kWh

1389 kWh

​4,4 kWh

​4,1 kWh

Weide

1400 kWh

1296 kWh

​4,1 kWh

​3,8 kWh

Aus der Tabelle lässt sich erkennen, dass Nadelhölzer pro kg zwar einen höheren Heizwert besitzen, aber Hartholz pro Festmeter der Richtwert deutlich höher ist. Woran liegt das? Das hat folgenden Grund.


Hartholz hat eine deutlich höhere Dichte und somit mehr Gewicht, somit benötigt man mehr Volumen an bspw. Fichtenholz als Eichenholz, um auf das gleiche Gewicht zu kommen. Das liegt daran, dass Nadelhölzer mehr Harz- und Lufteinschlüsse besitzen. Der Verbrauch von Nadelholz ist dadurch höher. Also wäre Hartholz immer die bessere Wahl, was den Nutzen als Heizmittel angeht.


Bezogen auf den Heizwert von Heizöl benötigt man ca. 3 kg an Fichtenholz um auf den gleichen Wert zu kommen. Das bedeutet zwar einen höheren Kostenaufwand für Holz, allerdings ist es nachhaltiger als die Verwendung von Öl. Gerade bei den derzeit hohen Gas- und Ölkosten, könnte eine Holzheizung eine lukrative Alternative sein. Geht man auch von der nachhaltigen Aufforstung der Fichte und Kiefer ein, so erkennt man den nachhaltigen Gedanken.


 

Holzheizung: Vorteile



Jetzt wo wir die Heizwerte wissen, stellt sich die Frage: soll man sich eine Holzheizung anschaffen oder eher nicht? Ich meine, ich kenne es von zuhause. Der Kamin benötigt nur ein paar Eichenholzstücke um das Wohnzimmer komplett zu heizen. Dazu kommt noch das gemütliche Ambiente.


Brennstoffkosten: die Preise von fossilen Brennstoffen sind gestiegen in diesem Jahr und unterliegen ohnehin hohen Schwankungen. Der Holzpreis hingegen ist nur leicht gestiegen und zeigt keine großen Schwankungen; somit ist es sicherer in der Kosteneinschätzung.


Klimabilanz: eines der relevantesten Argumente für eine Holzheizung ist die Klimabilanz einer Holzheizung. Durch das Verbrennen des Holzes wird lediglich so viel CO2 freigesetzt, wie der Baum im Zeitraum seines Wachstums aufgenommen hat. Ob das Holz im Wald verrottet oder verbrannt wird, ist somit egal. Es wurde kritisch angemerkt, dass mit einer Zunahme an Holzheizungen die Wälder stark beansprucht werden und ein erhöhtes Abholzen befürchtet wird. Jedoch kann man dieses Argument einfach widerlegen, da in Deutschland nachhaltige Aufforstung betrieben wird. Gerade bei der Fichte mit einem Waldanteil von 32% ist dies der Fall.


Förderung: wer eine Holzheizung bei sich installiert, kann mit einer staatlichen Förderung rechnen. Ähnlich wie bei Solaranlagen, die seit Jahren zunehmend auf den Dächern platziert werden, kann auch eine Holzheizung von einer Förderung profitieren. Ich persönlich denke, dass Holzheizungen zunehmend ein klimaneutraler Standard in Haushalten werden.


Kopplung mit anderen Systemen: wenn eine Holzheizung installiert wird, lässt sich diese auch mit anderen nachhaltigen Systemen, die auf erneuerbaren Energien aufbauen, kombinieren.


Gemütlichkeit am Kamin: zwar ist dies nur ein kleiner Teil, aber natürlich ist auch das Ambiente, wie oben schon einmal kurz angedeutet, auch wichtig. Ein Kamin bringt bspw. eine Gemütlichkeit, die eine Ölheizung wohl kaum liefern kann. Gleichzeitig hat ein Kamin hohes Heizpotential, wenn auch nur für einen Raum. Das ist allerdings nicht zu verwechseln mit einer zentralen Holzheizung, die ohnehin auch das ganze Haus beheizt.



 

Holzheizung: Nachteile



Anschaffungskosten: eine Holzheizung zu installieren ist natürlich kostenaufwändig. Auch eine Umrüstung von Ölheizung auf Holzheizung ist nicht gerade günstig. Daher sind viele Haushalte noch auf eine Öl- oder Gasheizung ausgelegt.


Brennstoffkosten Vorfinanzierung: wenn man nicht fertiges getrocknetes Brennholz teuer einkaufen möchte, muss frisches Holz kaufen und dieses dann auch mindestens ein Jahr trocknen. Somit investiert man im Voraus Geld in Holzkapazitäten, die man nicht sofort nutzen kann. Im Falle von Öl- und Gasheizung kann man den gekauften Brennstoff sofort effizient nutzen.


Platz für die Holzlagerung: gerade wenn man ausschließlich über eine Holzheizung und den Kamin heizen möchte, so benötigt man vor allem viel Platz zur Holzlagerung. Gerade wenn die tägliche Bestückung ansteht, ist eine größere Menge an Holzvorrat vonnöten. Ein Öltank benötigt vergleichsweise weniger Platz als das Holz, das zum Heizen gebraucht wird. Hier kommen wir wieder zur Effizienz des Heizwerts pro kg in der Tabelle oben.


Händischer Hackaufwand: wer Brennstoffkosten sparen will, kauft größere Holzstücke, die nicht vorgehackt sind. Logischerweise passen aber große Holzstücke nicht unbedingt in den Kamin oder in den Kachelofen. Somit ist manuelles Hacken notwendig. Das ist nicht nur zeitaufwändig, sondern auch anstrengend. Selbst wenn man mit einem Holzspalter arbeitet, so muss dieser auch erst gekauft oder gemietet werden.


Händische Bestückung: Holzheizungen werden in der Regel von Hand bestückt. Das heißt, man muss sich die Zeit nehmen, den Kamin und Ofen manuell zu bestücken. Es erfolgt also keine automatische Verbrennung, die zeitlich getaktet ist.


Ascheabfall: Holzverbrennung hinterlässt Rückstände in Form von Asche. Die Heizung muss somit regelmäßig gereinigt- und die Asche entfernt werden. Das kann ebenfalls zeitaufwändig sein und gerade in den städtischen Regionen zu Herausforderungen der Entsorgung führen. Allerdings kann man die Asche auch weiter einsetzen, wie bspw. als Reinigungsmittel oder Dünger für den Garten. Holzasche eignet sich dafür sehr gut, solange man es nicht übertreibt und für ein Gleichgewicht des ph Wertes sorgt.


Wartung: Holzheizungen müssen 1x im Jahr professionell gewartet werden. Das kann auch in höheren Kosten resultieren. Schornsteinfeger prüfen mindestens 1x im Jahr den Schornstein, daher macht es keinen Unterschied zur Ölheizung.


 

Letztendlich dient Holz schon seit der Urzeit als Brennstoff und somit als Wärmelieferant. Dies hat sich bis heute nicht verändert, wobei fossile Brennstoffe, aufgrund der höheren Effizienz, eine höhere Relevanz erhalten haben. Nichtsdestotrotz hat das Heizen mit Holz durchaus seine Vorteile und auch einige Nachteile. Jeder muss sich selbst entscheiden, welche Heizmethode bevorzugt wird. Allerdings sehe ich eine klimaneutrale Holzheizung als baldigen Standard, die möglicherweise auch sogar als Regel definiert werden wird.


Schauen wir einfach, wie sich der Sachverhalt entwickelt. In die Glaskugel schauen kann ja niemand. Ich hoffe allerdings, dass dir der Beitrag gefallen hat und du einiges an neuem Wissen mitnehmen konntest. Wenn ja, dann freue ich mich natürlich über dein Feedback und auch über ein Abonnement von deiner Seite. Bleib dran für weitere Infos in der Zukunft.


Besten Gruß, Marco



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