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Holz Guide: Birnbaum


Birnbaum ist eines jener Holzsorten, die zunehmend durch den Trend zu einheimischen Hölzern an Bedeutsamkeit gewinnen. Die Nachfrage am Markt ist mittlerweile so groß, dass sie durch das bestehende Angebot gar nicht abgedeckt werden kann. Das macht es umso wertvoller. Aber warum ist das so? Wahrscheinlich aus demselben Grund, wie es bei anderen Obsthölzern der Fall ist. Sie werden nicht wegen des Holzes gepflanzt, sondern wegen der Obstproduktion und deren wirtschaftlichen Wert.


Daher fällt Birnbaum nur an, wenn das Gewächs durch Krankheiten befallen ist oder keine Früchte mehr hervorbringt. Letzteres geschieht aber erst nach vielen Jahren des Ertrages und somit ist dieses Holz eher selten zu finden, es sei denn man hat Glück. Ich selbst habe leider Im Zander Holzstudio noch kein Holz eines Birnbaums verarbeiten können, aber vielleicht ergibt sich ja mal eine Gelegenheit. Bis dahin habe ich noch reichlich Apfelholz, das ich nutzen und verarbeiten kann.



 

Stammform, Farbe und Struktur


Birnbaum zeichnet sich durch die gelbliche bis rötlichbraune Holzfarbe aus. Wenn das Holz getrocknet ist, dann ist das Splintholz farblich nicht vom Kernholz zu unterscheiden. Somit zählt der Birnbaum zu den Reifhölzern. Manchmal bildet älteres Holz einen dunkelbraunen Kern aus und farblich unterschiedliche Einschlüsse können sich im Querschnitt hervorheben.


Birnbaum ist ein sehr hartes Holz mit einer Darrdichte von 680 bis 700 kg pro Kubikmeter. Somit ist das Holz in etwa so dicht wie Eichenholz, wenn nicht sogar härter. Das kann jedoch auch je nach Feuchte und Anwendungsbereich variieren. Die Darrdichte dient lediglich zur Orientierung der Härte, da sie keine ISO genormte Skala ist.


Die BRINELL Widerstandsmessung zeigt einen Wert von zwischen 3,2 bis 3,5 N/Quadratmillimeter. Die Quellen geben hier unterschiedliche Werte an, aber es entspricht ungefähr auch dem Widerstandswert der heimischen Esche.


Drei Birnen auf einem Brett aus Birnbaumholz - Zander Holzstudio
Drei Birnen auf einem Brett aus Birnbaumholz - Foto: Sky Ewing (Pexels) @Skyler
 

Bearbeitbarkeit des Birnbaum Holzes


Das Holz des Birnbaums ist ähnlich wie Buche und Eiche gut bearbeitbar, jedoch nicht unbedingt werkzeugschonend, anders als viele Nadelhölzer wie beispielsweise Fichte oder Kiefer. Durch seine gleichmäßige Struktur eignet es sich gut zum Drechseln und Schnitzen. Geschnitzter Birnbaum wird nach Fertigstellung oftmals gedämpft, da dadurch die Farbe intensiver zum Vorschein kommt.


Die Trocknung des Holzes stellt ein kleines Problem dar, da es stark schwindet bzw. sich verkleinert und auch zur Verformung und Rissbildung neigt. Daher sollte es schonend getrocknet werden. Als Tipp kann ich dir empfehlen, das Holz mit Holzleim einzustreichen und nach dessen Trocknung das Holz mithilfe von Stapelhölzern aufzuschichten und zu lagern. Somit umgehst du das Ärgernis, dass dir Holzscheiben und Bretter zerreißen und möglicherweise unbrauchbar werden. Das wäre für die Seltenheit des Holzes wirklich sehr schade.


 

Verwendung des Birnbaum Holzes


Es gibt verschiedene Anwendungsbereiche für Birnbaum. Zunächst wird es sehr gern als Holz zur Fertigung von Musikinstrumenten genutzt. Weiterhin ist es im Kunsthandwerk sehr gern gesehen, weil es sich gut messern, drechseln und schnitzen lässt.


Zu guter Letzt ist das Holz des Birnbaums äußerst beliebt und gefragt im Möbelbau, wobei es sich hier nur auf edle Möbel beschränkt. Immerhin ist Birnbaum nicht so einfach zu bekommen und daher recht wertvoll. Birnbaum Produkte können mitunter sehr teuer sein, was sie auch beliebt bei Sammlern machen.


 

Der Birnbaum ist nicht einfach zu bekommen und daher sehr wertvoll. Wenn du mal die Gelegenheit bekommst, damit zu arbeiten, dann nutze sie. Man weiß nie, wann die Gelegenheit sich erneut ergibt. Wie andere Obsthölzer ist es flexibel einsetzbar aber eher in der Fertigung edlerer Möbel zu finden.


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Besten Gruß, Marco



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