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Holz Guide: Europäischer Kirschbaum


Kirschenholz zählt zu den wertvollsten und edelsten Holzharten, welches für den Innenausbau und zur Fertigung von Möbeln genutzt werden. Sie hat sich am Markt zunehmend beliebt gemacht, allerdings ist die Nachfrage nach diesem Holz in Deutschland höher als die verfügbare Europäische Holzmenge (Wildkirsche / Vogelkirsche). Somit werden Amerikanische Kirschhölzer (Black Cherry) nach Deutschland exportiert. Was macht die Kirsche zu so einem gefragten Holz und was sind die Eigenschaften? Das erfährst du hier in diesem Beitrag.



 

Stammform, Farbe und Struktur


Die Querschnitte von Kirschenholz weisen einen schönen starken Farbkontrast auf. Das Splintholz ist eher gelblich und kann 2 bis 6 cm dick sein. Das Kernholz hingegen hat eine leicht rötliche Färbung, die durch Ölung besonders schön zum Vorschein kommt. Mit der Zeit dunkelt das Kernholz nach und entwickelt eine schöne rotbraune Farbe, die an tropisches Mahagoniholz erinnert. Das mag vielleicht ein weiterer Grund sein, warum das Holz so gefragt ist.


Mit einer Darrdichte von 600 kg pro Kubikmeter ist das Kirschenholz ein Hartholz, aber nicht vergleichbar mit Buche oder Eiche. Da Weichholz bei einem Wert von 550 kg pro Kubikmeter beginnt, bewegt sich die Kirsche nah der Grenze. Es sei erwähnt, dass dieser Wert aber kein ISO genormter Wert ist, und lediglich eine grobe Orientierung darstellt.


Laut BRINELL Widerstandsmessung hat die Europäische Kirsche einen Wert von 3,1 N/Quadratmillimeter wobei die Amerikanische Verwandte nur einen Wert von 2,4 N/Quadratmillimeter aufweist. Das ist ein großer Unterschied und bedeutet, dass das Europäische Holz deutlisch belastbarer und schnittfester ist. Zum Vergleich, der Wert der Birke liegt bei 2,3.


Kirsche an einem Kirschbaumast Zander Holzstudio
Kirschholz gehört zu den edelsten und wertvollsten Holzsorten - Photo: Robert Zunikof (Unsplash via Wix)
 

Bearbeitbarkeit von Kirschholz


Auch wenn Kirsche ein Hartholz ist, so lässt es sich gut und recht werkzeugfreundlich bearbeiten. Die Trocknung kann mitunter mit Rissen erfolgen. Hier empfehle ich persönlich die Seiten mit Holzleim einzustreichen. Auch die Lagerung während der Trocknung sollte durch Stapelhölzer unterstützt werden.


Das Schleifen des Holzes ist kein großes Problem. Die Oberfläche lässt sich in mehreren Schritten mit unterschiedlichen Körnungen recht gut bearbeiten, sodass eine glatte, matt glänzende Oberfläche entsteht. Weiterhin ist das Holz gut zum Schnitzen oder auch zum Drechseln geeignet.


 

Verwendung von Kirschholz


Fangen wir mal mit dem Heizwert an. Dieser liegt bei 1800 kWh pro Raummeter und somit knapp über der Fichte und der Kiefer. Vergleichsweise liegt der Wert bei der Eiche, Esche oder Buche bei 2100 kWh. Somit ist die Kirsche nicht unbedingt das beste Heizholz. Für den Kamin würde es seinen Zweck des Anheizens erfüllen, aber für eine Dauerheizung ist der Heizwert zu gering, wobei es hier bessere, günstigere Alternativen geben dürfte.


Statt es zu verheizen, wird das hochwertige Holz gern im Innenausbau und zur Fertigung von Möbeln genutzt. Die dunkle Färbung verleiht dem Holz ein edles Aussehen. Gerade weil es farblich dem teuren Mahagoniholz ähnelt, bietet Kirschholz eine günstigere Alternative, die dem Tropenholz aber in Aussehen in nichts nachsteht. Auch kann Kirschholz wunderbar als Schmuck weiterverarbeitet werden.


Im Zander Holzstudio habe ich selbst von meinen Freunden Irina und André einen Kirschenstamm bekommen, der auf die weitere Verarbeitung wartet. Ich freue mich schon sehr, das Holz zu sägen und weiter zu verarbeiten.


 

Kirschholz ist ein hochwertiges Holz mit edler Optik. Durch seine gute Bearbeitbarkeit und die flexible Nutzung als Schnitz- und Drechselholz, ist es bei Holzkünstlern durchaus beliebt. Versuche dich gern mal selbst an dem Holz aus, wenn du es in die Hände bekommen kannst.


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Besten Gruß, Marco



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